Gerichtsstätte „Zum freien Stuhl“

Auf einem Sandhügel links des Boker-Heide-Kanals, an der Grenze von Lipperode, Westenholz und Mastholte, unmittelbar bei der Gaststätte "Zum Freien Stuhl", steht ein dreieckiger Stein. Er trägt drei verschiedene Wappen: Die lippische Rose, den Adler mit den Buchstaben WAGzR, d.h. Wenzel August Graf zu Rietberg und ein Rautenwappen mit dem bayrischen Löwen sowie den Buchstaben CABiP, d.h. Clemens August, Bischof zu Paderborn. Dieser verstarb 1761. Daher ist die in den Stein eingeschlagene Jahreszahl 1757 zutreffend. Der Stein markiert die Stelle des ehemaligen "Freystuhls". Im Jahre 1565 wird dem Grafen zu Waldeck berichtet, dass bei den "wendischen Specken" zu Lipperode von uralten Zeiten her drei freie Stühle gestanden hätten, die zu Paderborn, Rietberg und Lippe gehörten ("Wendische Specken" bedeutet, dass hier ein Stück Land derer zu Wend gehört hat, das in einer sumpfigen Gegend liegt). An dieser Stelle tagte im Mittelalter ein Freigericht, das nur über oder gegen "Freie", auch Grafen und andere Landesherren, verhandelte. Dieses Gericht war nicht für Abhängige und Leibeigene zuständig (für diese war das sog. Gogericht zuständig). Aufgabe des Freistuhlgerichts war die Beurkundung von Eigentumswechseln an Grundstücken, von Schenkungen, von Ansprüchen und Pflichten aus einem Hofbesitz. Dies übernimmt heute der amtlich bestellte Notar. Zum letzten mal wurde der "freye Stuhl" am 4. Mai 1771 von Graf Philipp Ernst zu Lippe-Alverdissen in einer Bittschrift an Kurfürst Max Friedrich von Köln erwähnt. (Quelle: Wikipedia)

Gerichtsstätte „Zum freien Stuhl“

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